25. September 2020

S’Albufera – einzigartiges Naturschutzgebiet

S’Albufera ist einzigartig auf den Balearen und wurde am 28. Januar 1988 zum Naturschutzgebiet erklärt. Es muss wohl eine Laune der Natur sein, dass sich eine von der Sonne verwöhnte Insel wie Mallorca im Mittelmeer ein Feuchtbiotop leistet. Und da es sich dabei um eine Region handelt, die von internationaler Bedeutung ist, fand S’Albufera auch Einzug in die Liste der mehr als 1.500 Feuchtgebiete weltweit, die unter Beobachtung der sogenannten Ramsar-Konvention stehen. Die im Jahr 1971 gegründete Konvention der WWF sichert nicht nur artenreiche Lebensräume sondern auch Wassereinzugsgebiete. Mit seinen 1.646 Hektar Fläche ist das Biotop auf Mallorca das wichtigste des Archipels.

Sumpfgebiet  S'Albufera
Sumpfgebiet S’Albufera

Es sind die Zuflüsse aus den bergigen Regionen der Tramuntana, die die sumpfige Landschaft von S’Albufera speisen und ein ungewöhnliches Naturparadies auf der Ferieninsel im Mittelmeer geschaffen haben. Der Naturpark befindet sich im Norden Mallorcas unweit von Picafort und dem historischen Ort Alcudia, wo sich eine reiche Geschichte mit einer interessanten Kultur vereint. Wer sich in dieser Gegend jenseits der Küste und der Dünen begibt, landet in einem Sumpfgebiet, dass vor allem zahlreiche Vogelarten zur Heimat wurde.

Wandern und Führungen

Der Naturpark S’Albufera ist aber auch ein Anziehungspunkt für Menschen, die gut zu Fuß sind und die zahlreichen Wanderwege nutzen, die durch das große Biotop führen. Informationen über das Netz der Pfade sowie über die großartige Flora und Fauna finden Besucher im Empfangszentrum Sa Roca. Dort muss sich jeder anmelden, der das Gebiet betreten möchte. Entweder macht man sich dann individuell auf, um den Naturpark zu erkunden oder man schließt sich einer Führung in Begleitung der erfahrenen Ranger an. Größere Gruppen sollten sich vorher anmelden.

Schilf im s Albufera
Schilf im Sumpfgebiet S’Albufera

Der Park befindet sich auf den Gebieten der kleinen Gemeinden Sa Pobla und Muro. Er entstand mit seinen großen Schilfflächen in der Antike. Erhalten blieb ein Naturparadies mit Teichen, in denen sich das Salzwasser des nahen Meeres insbesondere in den Sommermonaten mit dem Gewässer des Feuchtgebietes vermischt und somit erstklassige Bedingungen für eine artenreiche Pflanzenwelt entstehen ließ. In den flachen Teichen fühlen sich auch die Europäischen Sumpfschildkröten sehr wohl, die unter einem intensiven Artenschutz stehen.

Vogelparadies S`Albufera

Ornithologen haben in ihren Studien herausgefunden, dass sich in diesem Naturschutzgebiet auf Mallorca etwa 300 verschiedene Vogelarten regelmäßig aufhalten. Das sind achtzig Prozent aller auf den Balearen registrierten Vögel. Viele rasten hier während ihres Fluges aus dem kalten europäischen Norden hin zu ihren Winterquartieren in Afrika. Dabei handelt es sich in erster Linie um die schlanken Flamingos und um Watvögel. Anzutreffen sind in S’Albufera aber auch Blässhühner, Zwergrohrdommeln, Stelzenläufer und Schilfrohrsänger. Im Winter bevölkern bis zu zehntausend Vögel das Feuchtgebiet hinter den Dünen. Mehr als 60 Vogelarten brüten in den Sümpfen.

Ein Reiher im Naturschutzgebiet  S'Albufera
Ein Reiher im Naturschutzgebiet S’Albufera

Wer durch das Labyrinth dieser eindrucksvollen Wasserwelt wandert, wird aber nicht nur auf Vögel treffen. Hier kann man mit ein wenig Glück auch zahlreiche Hasen beobachten. Mit Einbruch der Dunkelheit stellen sich dann die Fledermäuse sowie nachtaktive Schmetterlinge ein. Die Schlangen, die hin und wieder über die Wege huschen, stellen keine Gefahr für die Besucher dar. Alle Arten sind ausnahmslos ungiftig. So mancher, der S’Albufera besucht hat, schwärmt von der unglaublichen Stille dieser Landschaft. Eine Stille, die nur dann unterbrochen wird, wenn ein Fischadler in einem der Teiche landet oder sich in den Lüften ein Wanderfalke bemerkbar macht.

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