20. September 2020

Die Dracheninsel „Sa Dragonera“

Rund vier Kilometer lang und knapp 900 Meter breit, das sind die Maße einer kleinen zauberhaften Insel namens Sa Dragonera. Der Name für sich klingt bereits vielversprechend, lautet die Übersetzung doch „Die Dracheninsel“. Na wenn das kein mal keine Aufforderung ist, der Namensgebung auf den Grund zu gehen. Aber keine Sorge, von Drachen ist auf der malerischen Insel weit und breit keine Spur und es müssen auch keine unerschrockenen Helden auserkoren werden, die den Kampf gegen diese Ungeheuer aufnehmen könnten.

Blick auf die Insel Sa Dragonera
Blick auf die Insel Sa Dragonera

Dafür kann Sa Dragonera mit vielen anderen Überraschungen aufwarten. Alleine der landschaftliche Anblick, welcher sich für die Besucher bietet, ist ohne Zweifel atemberaubend. Kein Wunder also, dass die gesamte Insel unter Naturschutz steht und von Mallorca kurzerhand zum Naturpark erklärt wurde. Vor noch nicht allzu langer Zeit befand sich die Insel in Privatbesitz und sollte anschließend sogar in ein einziges Touristengebiet umgewandelt werden. Nachdem dieses Vorhaben fallengelassen wurde, erwarb im Jahr 1987 der mallorquinische Inselrat das Fleckchen Erde und so kann es noch heute in seiner unberührten Natur von interessierten Besuchern erkundet werden.

Der Leuchtturm

Der Leuchtturm von Sa Dragonera
Der Leuchtturm von Sa Dragonera

Ein historisches Denkmal und absolut sehenswert ist der Leuchtturm der überschaubaren Insel. Far de Na Pòpia, so heißt das berühmte Bauwerk, wurde im März 1852 fertiggestellt. Auch wenn heute nur noch eine Ruine von dem einst so wichtigen Gebäude übrig ist, so erfreut sich der ehemalige Leuchtturm eines großen Besucherandrangs. Er wurde auf der höchsten Stelle der Insel erbaut, nämlich auf dem Sa Pòpia, welcher eine Höhe von mehr als 350 Meter aufweist. Kein anderer Leuchtturm in ganz Spanien liegt höher, auch das dürfte definitiv eine Genugtuung für die kleine Insel Sa Dragonera sein.

Flora und Fauna auf Sa Dragonera

Wie es sich für einen Naturpark gehört, ist die Pflanzen- und Tierwelt der Insel sehr reichhaltig ausgestattet. So leben beispielsweise Geburtshelferkröten und die Dragonera-Eidechse auf der Insel. Aber auch vielen Vögeln bietet dieses Flecken Land eine vorzügliche Heimat, wie z. B. dem Wanderfalken, dem Eleonorenfalken und dem Balearensturmtaucher. Auch das Rotkehlchen, die Mittelmeermöwe und die Samtkopf-Grasmücke fühlen sich auf der Insel wohl. Fast 400 verschiedene Pflanzenarten sind auf Sa Dragonera beheimatet. Der Meerfenchel, der Dornlattich sowie der herrlich blühende Strandflieder, der Rosmarinstrauch und die Macchie sind nur einige wenige Beispiele.

Die Räuberbucht, Piraten und ein Kriminalroman

Die Insel weiß von einer sehr abenteuerlichen Vergangenheit zu erzählen. So fungierte sie über viele Jahrhunderte hinweg eher unfreiwillig als Dreh- und Angelpunkt für Seeräuber. Auf einer Erkundungstour über die Insel kann man noch heute die zahlreichen Höhlen finden. Damals haben sie den Piraten als Verstecke gedient. Vor diesem Hintergrund mag es also wenig verwunderlich erscheinen, dass die Bucht der Insel, in welcher der Hafen liegt, Räuberbucht genannt wird. Bei so viel krimineller Vergangenheit, ist es geradezu schicksalhaft, dass genau diese Insel in der Verfilmung eines Kriminalromans eine Rolle gespielt hat.

Alte Ruine auf der Insel Sa Dragonera
Alte Ruine auf der Insel Sa Dragonera

Die Anreise zur Insel Sa Dragonera

Um die abenteuerliche und zugleich märchenhafte Insel erreichen zu wollen, muss man entweder von dem kleinen Ort Sant Elm oder von der Gemeinde Andratx aus die Bootsfahrt beginnen. Die unbewohnte Insel lässt sich am besten auf Wanderungen erkunden. Dazu bieten mehrere ausgewiesene Wege die perfekte Gelegenheit. Ein eindrucksvoller Ausblick auf das südwestliche Mallorca ist dann nur einer von vielen traumhaften Anblicken.

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