25. September 2020

Castell de Capdepera

Die mittelalterliche Burganlage „Castell de Capdepera“ befindet sich im Osten von Mallorca. Sie wurde vor über 500 Jahren errichtet. Das Besondere ist die vollständig erhaltene Burgmauer, die sich einmal um den gesamten Innenhof zieht. Am höchsten Punkt der Anlage thront die Burg, hoch über die kleine Ortschaft, die dem Castell einst ihren Namen gab. Heute ist die Burg beispielsweise ein beliebter Aussichtspunkt: Besucher haben einen traumhaften Blick über die Dächer der typisch mallorquinischen Steinhäuser und den nahe gelegenen Kanal von Menorca. Dieser trennt die beliebten Ferieninseln voneinander. Erfahren Sie mehr über die bewegte Geschichte der Menschen, die einst hinter der Wehranlage Schutz suchten.

Blick über die mallorquinischen Dächer

Entstehung der Burganlage “Castell de Capdepera”

Die eindrucksvolle Wehranlage stammt aus dem 14. Jahrhundert. König Jaume II. gab den Befehl zum Bau des Castell de Capdepera. Die Burg wurde übrigens zum Schutz der Bevölkerung vor einfallenden Piraten errichtet. In der damaligen Zeit waren Piratenüberfälle keine Seltenheit. Die Piraten hinterließen bei ihren Raubzügen ein Bild der Zerstörung. Die Menschen lebten in ständiger Angst vor neuen Überfällen vom Meer aus.

Nach dem Bau der Burg zogen viele Einheimische hinter die Mauern der Wehranlage. Sie bot Sicherheit und Arbeit. Den Bürgen gefiel das Leben innerhalb der Burgmauern.

Castell de Capdepera Burgmauer

Wohlhabende Bürger erhielten das Recht zum Bau von Wohnhäusern. Innerhalb von 200 Jahren entstanden an die 125 Häuser rund um die Burg. Im 18. Jahrhundert verließen die Menschen die Burg von Capdepera. Eine neue Zeit war angebrochen. Längst herrschte kein König mehr über die Bevölkerung. Die ehemaligen Bewohner arbeiteten nun unabhängig und konnten sich größere Grundstücke vor den Toren der Burg leisten. Auch mussten sie keine Angst mehr vor Raubzügen haben – Piratenangriffe waren Geschichte. Die nun unbewohnte Burganlage suchte einen neuen Pächter. So kam es, dass die Burg in einen Militärstützpunkt umgebaut wurde.

Drohender Verfall und die Erhaltung der Bauten

Fortan waren spanische Gouverneure für die Verwaltung von Capdepera zuständig. Doch der Stützpunkt rechnete sich nicht. 1854 gab das Militär die Burg bereits wieder auf. In den darauffolgenden Jahren geriet das Castell in Vergessenheit. Der Verfall drohte.

Castell de Capdepera Glockenturm

Erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts setzten sich besorgte Bürger für den Erhalt ihrer Burg ein. Sie wollten dadurch das alte Gemäuer und dessen Geschichte für die Nachwelt erhalten. Die Gemeinde wurde Eigentümer und übernahm
infolgedessen die Pflege der historischen Burganlage. Heute gehört das Castell de Capdepera einer kommunalen Stiftung. Unlängst wurde die Burg zum historisch wertvollen Kulturerbe erklärt. Spanische Kulturerbestätten stehen unter besonderem Schutz der Regierung. Gelder fließen in die Pflege und den Erhalt. Dank des ehrenamtlichen Engagements der Bevölkerung ist die historische Festungsanlage von Capdepera heute für Besucher öffentlich zugänglich. Besichtigungen finden zu den Öffnungszeiten statt. Die Eintrittsgelder fließen in den Erhalt des mittelalterlichen Gebäudes.

Garten innerhalb der Burgmauern

Ein Highlight ist außerdem der Spaziergang auf der Burgmauer. Hier wird Geschichte lebendig, denn schnell träumen Besucher von alten Zeiten und manch einer fragt sich wie das Leben vor 500 Jahren wohl ausgesehen haben muss. Mit Sicherheit war es nicht immer einfach, das Leben – doch die Aussicht auf das wunderschöne Tal und die atemberaubende Küstenlinie entschädigte die Bewohner bereits zur damaligen Zeit.

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