Drohnen fliegen auf Mallorca: Zonen & Verbote
Drohnen fliegen auf Mallorca ist für viele Urlauber ein Traum: spektakuläre Küsten, türkisfarbene Buchten und die dramatischen Berge der Serra de Tramuntana bieten perfekte Motive aus der Luft. Doch wer seine Drohne auf der Insel starten möchte, sollte die Regeln kennen. In Spanien gelten teilweise strengere Vorschriften als in Deutschland – und Unwissenheit kann schnell teuer werden.
Viele Touristen riskieren jedes Jahr Bußgelder von mehreren hundert bis tausend Euro, weil sie die EU-Drohnenverordnung und die zusätzlichen spanischen Vorschriften nicht beachten.
In diesem kompakten Guide erfährst du alles, was du über Drohnen auf Mallorca wissen musst: Registrierungspflicht, erlaubte Flugzonen, wichtige Verbote (Naturschutzgebiete, Strände, Flughafen Palma) sowie praktische Tipps, wie du sicher und legal fliegst.

Die offizielle Drohnenkarte von ENAIRE zeigt alle Flugverbotszonen und eingeschränkten Bereiche auf Mallorca. Vor jedem Flug sollte man die aktuelle Karte prüfen.
Muss ich meine Drohne auf Mallorca registrieren?
Ja – fast immer.
- Pflicht für alle Drohnen ≥ 250 g oder mit Kamera (auch Mini-Drohnen wie DJI Mini 4 Pro / Mini 3 Pro).
- Registrierung als UAS-Betreiber bei der spanischen Luftfahrtbehörde AESA (kostenlos online).
- Du brauchst eine e-ID (Operator-ID), die du sichtbar an der Drohne anbringst.
- EU-Führerschein (A1/A3): Kostenloser Online-Test nötig für Drohnen ≥ 250 g (ca. 30–45 Min., 75 % bestehen).
- Ausnahmen: Reine Spielzeugdrohnen < 250 g ohne Kamera brauchen meist nichts – aber fast keine moderne Drohne fällt darunter.
Tipp: Registriere dich vor der Reise auf seguridadaerea.gob.es → „Registro de operador UAS“.
Ohne Registrierung → Bußgeld ab ca. 300–1.500 €.
Wo darfst du Drohnen fliegen? Die wichtigsten Regeln
Grundsätzlich gilt die EU-Drohnenverordnung (Open Category A1–A3):
- Max. 120 m Höhe
- Immer Sichtkontakt (VLOS – max. 500 m Entfernung)
- Nicht über Menschenansammlungen fliegen
- Nicht bei Nacht (außer mit Genehmigung)
- Haftpflichtversicherung empfohlen (oft schon in der Drohnen-App inklusive)
Spanien/Mallorca-spezifisch (Royal Decree + lokale Regeln):
| Regel / Verbot | Details | Bußgeld ca. |
|---|---|---|
| Über belebten Stränden / Buchten | Verboten in Open Category (Menschenansammlungen) | 600 – 4.500 € |
| Nähe Flughafen Palma (PMI) | Kontrollzone (CTR): meist 8–15 km Radius, rote/gelbe Zonen | 3.000 – 225.000 € + Beschlagnahme |
| Naturschutzgebiete & Serra Tramuntana | Meist rotes Verbot (UNESCO-Welterbe, Vögel, Dünen) | 500 – 100.000 € + mehr |
| Städte / Dörfer / belebte Straßen | Meist verboten (A1/A3 nur in unbewohnten Gebieten) | 300 – 3.000 € |
| Militärgebiete / Kraftwerke | Absolutes Verbot (rote Zonen) | Sehr hoch (bis Millionen) |
Die Karte: Wo genau darfst du fliegen?
Pflicht vor jedem Flug: Öffne die offizielle App/Karte ENAIRE Drones – das ist die einzige verbindliche Quelle in Spanien.
Dort werden alle Flugzonen farblich dargestellt:
- Grau / Weiß: meist erlaubt
- Gelb: eingeschränkt oder Genehmigung nötig
- Rot: absolutes Flugverbot
Die Karte wird regelmäßig aktualisiert und ist die wichtigste Informationsquelle für Drohnenpiloten in Spanien.
Typische Bereiche, in denen Flüge möglich sind
Auf Mallorca findest du freie Zonen, vor allem:
- im ländlichen Inselinneren
- auf weniger besuchten Feldern oder Hügeln
- in dünn besiedelten Regionen abseits der Küste
Beispiele sind ruhige Gegenden zwischen:
- Felanitx und Santanyí
- Campos und Porreres
- Manacor und Artà
Auch hier gilt: immer zuerst die ENAIRE-Karte prüfen.
Spezielle Verbote auf Mallorca
Einige Orte sind für Drohnen besonders sensibel.
Strände und Buchten
Sobald sich dort mehrere Menschen aufhalten, gilt das als Menschenansammlung – Flüge sind dann verboten.
Flughafen Palma
Der Bereich rund um den Flughafen gehört zu den größten Drohnen-Sperrzonen der Insel.
Mehrfach kam es bereits zu Flugunterbrechungen durch Drohnensichtungen. In solchen Fällen drohen sehr hohe Strafen und die Beschlagnahme der Drohne.
Naturschutzgebiete
Besonders streng überwacht werden:
- Naturpark S’Albufera
- große Teile der Serra de Tramuntana
- Vogel- und Dünengebiete
Hier sind Drohnenflüge meist komplett verboten.
Bußgelder – was wirklich drohen kann
Die Strafen in Spanien können überraschend hoch sein.
| Verstoß | mögliche Strafe |
|---|---|
| Keine Registrierung | ca. 300 – 1.500 € |
| Über Menschen oder Strände | ca. 600 – 4.500 € |
| Flug in Flughafen-Zonen | 3.000 – 225.000 € |
| Gefährdung des Luftverkehrs | theoretisch bis mehrere Millionen € |
Kontrollen werden unter anderem von Guardia Civil und lokalen Polizeibehörden durchgeführt.
Praktische Tipps – so fliegst du legal & stressfrei
Mit ein paar einfachen Regeln vermeidest du Probleme:
- Registriere dich vor der Reise bei AESA
- mache den A1/A3-Test
- installiere die ENAIRE-Drohnenkarte
- fliege nur in ruhigen Gebieten
- starte früh morgens oder am Abend
- halte großen Abstand zu Menschen und Gebäuden
- prüfe vor jedem Flug die aktuellen Zonen
Wenn du unsicher bist, gilt eine einfache Regel: Im Zweifel lieber nicht starten.
Fazit: Drohnen fliegen auf Mallorca – möglich, aber mit Vorbereitung
Mallorca bietet spektakuläre Landschaften und ist eigentlich ein traumhaftes Drohnenziel – mit Küsten, Bergen und weiten Landschaften. Gleichzeitig gehört Spanien aber zu den Ländern mit vergleichsweise strengen Drohnenregeln.
Wer seine Drohne auf der Insel nutzen möchte, sollte sich deshalb vor der Reise registrieren, den EU-Drohnenführerschein machen und vor jedem Flug die offizielle ENAIRE-Karte prüfen. Besonders an Stränden, in Städten und in Naturschutzgebieten gelten häufig Einschränkungen oder komplette Flugverbote.
Wenn du dich an die Regeln hältst und nur in ruhigen Gebieten fliegst, sind legale Drohnenaufnahmen auf Mallorca durchaus möglich – und oft sogar spektakulär.
